Turnier 2006 - 11.-13. August

PlazierungSpielerPunkteTurnier 2006
Bild: Turnier 2006
1.Foffi63
2. Bene52
3. Malte50
4. Kurti48
4. Bernhard48
6. Lu46
7. Marc44
8. Easy39
9. Dr. Suppe38
10.Migo34
11.Hansi30
12.Killi28

Bruckhaus/Otterbachtal

Spielsituation
Bild: Into the great wide open

Die Bavarian Open des Extreme Croquet Sports machten dieses Jahr vor allem eines deutlich: Der derzeitigen Weltspitze gelingt es auch ohne Anabolika und technische Veränderungen des Spielmaterials ein hohes Spielniveau zu halten. Der Croquet Sport bleibt sauber! Einzig ein Materialspieler der Sportvereinigung Ingolstadt spielte wie bereits im Vorjahr mit ungeprüftem Material aus Neuseeland um unzureichende spielerische Fähigkeiten zu kompensieren. Die Turnierleitung sowie die Sportskameraden drückten jedoch mitleidsvoll ein Auge zu - ein weiteres Indiz für die große Fairness in dieser relativ jungen Sportart.

Betrug
Bild: Pfui! Heberle trotz leichtem Geläuf

12 Sportler waren dieses Jahr erstmalig ins beschauliche Otterbachtal gereist um den Dr. Suppe-Croquet-Gedächtnis Cup auszutragen. Die Ausstattung des Turniers lag dieses Jahr in den erfahrenen Händen des renommierten Croquetausstatter REICHERZER, dessen Ausführung internationalen Standards voll entsprach und an dieser Stelle uneingeschränkt weiterempfohlen werden kann. Zusammen mit der erfahrenen Turnierleitung DR. BENEDICTER - der Grande Dame des Croquetsports - war also ein professioneller Turnierablauf garantiert. Bereits bei der Anreise und ersten Begehung des Geländes wurde eines klar: Das Otterbachtal scheint von Gott für eine einzige Bestimmung geschaffen worden zu sein: Croquet! Allein die Varianz des Untergrunds ließ keine Spielerwünsche offen: Sandiger Ufergrund, verspielte Grasflächen, kilometerlanger Feldwegkies, moosiger Waldbewuchs, immer wieder durchbrochen von Matsch und knöcheltiefen Pfützen. Und dann diese natürliche Hindernisvielfalt: armdickes Wurzelgeäst, steil ansteigende Bergziegenhänge, knietiefe Bachläufe, unbezwingbares Grasdickicht, wilder Strauchwuchs, Maschendrahtzäune und wohin man auch sah: Pilze! Geländepfleger KRETZINGER konnte nach Rücksprache mit der Turnierleitung dieses Jahr seine Motorsäge getrost stecken lassen, da das Wald- und Wiesenterrain bereits ideale Geländebedingungen vorgab. Die extreme Wetterlage mit Dauerregen und starkem Kälteeinbruch am Freitagabend steigerte noch die Vorfreude auf die Herausforderungen der kommenden Tage. Lediglich ein paar unerfahrene Spieler aus dem Raum Bodensee und dem Allgäu trafen aufgrund altersbedingter Orientierungsprobleme erst zu nächtlicher Stunde ein und brachten sich damit um den Vorteil der Geländebegehung am Anreisetag.

Migo und Easy
Bild: Gelände Gottes

Der erste Turniertag startete mit einem anspruchsvollen Parcours, dessen Höhepunkt die linkswandige Umgehung einer Steinpilzkolonie sowie die unausweichliche Hebetechniküberwindung eines natürlichen Grabens darstellten. Insgesamt bewiesen alle teilnehmenden Spieler großes Geschick und Kreativität beim Stecken ihres Parcours - dem Vorrecht jedes Letztplatzierten. Einzig bereits erwähntem Spieler aus Ingolstadt, MALTE LOEPRECHT, fehlte noch die nötige Erfahrung und vor allem das Selbstvertrauen einen Parcours mit Weltklasseanspruch zu stecken. Sein hindernisloser, abwechslungsarmer Wiesenparcours stellte an die Sportler keinerlei Herausforderungen. Immerhin konnte LOEPRECHT seinen neuseeländischen Materialvorsprung selbst nutzen und gewann die von ihm ideenlos gesteckte Torrunde. Der - wie er sich selbst zu nennen pflegt - "J.R. EWING des Croquetsports" wurde ansonsten seinem Namen voll gerecht und beendete den ersten Turniertag siegreich aber einsam als Führender des Klassements. Achtungserfolge und Zwischensiege konnten viele B-Klassespieler einheimsen wie LU (Crouquet-Waldkindergarten München), der Pokalnamensgeber DR. SUPPE (Sportvereinigung Allgäu) oder EASY KRETZINGER (Forstsportverein "The naked men").

Kugeln
Bild: Offene Position

Der zweite, spielfreie Abend des Turniers dient den Spielern dieser anstrengenden Sportart traditionell der Erholung, Reflexion und Neubesinnung. Für Nachdenklichkeit sorgten dieses Jahr jedoch die intimen Geständnisse eines bereits in die Jahre gekommenen Sportkameraden. Verstrickt in nicht enden wollende Gerichtsprozesse versucht er gerade mit Hilfe der Justiz seinen ehemals guten Ruf wiederherzustellen. Sexual-Exzesse und kleine Diebstahlsdelikte (Sportheimeinbrüche etc.) vervollständigen das Bild eines vom jahrzehntelangen, enormen Druck des Croquet-Sports gezeichneten Profisportlers. Gerade die jungen und unerfahrenen Teilnehmer des Turniers zeigten sich schockiert über die schicksalhafte Härte dieser Sportart. So mancher verbrachte die Nacht mit Selbstzweifeln oder diskutierte mit Weggefährten bis zum Morgengrauen über das Schicksal der einstigen Croquetgröße. Auch der Führende des Klassements, LOEPRECHT, schien sichtlich aus der Bahn geworfen und quälte den am Boden zerstörten Turnierkollegen bis tief in die Nacht mit bohrenden Nachfragen oder gutgemeinten, aber ausweglosen Ratschlägen. Zog LOEPRECHT im stillen Bilanz seiner eigenen in die Jahre gekommenen Profikarriere?

Easy
Bild: Zärtliche Cousins

Der Vormittag des zweiten Turniertags brachte schließlich die entscheidende Wende im Gesamtklassement. Während LOEPRECHT unausgeschlafen, müde und gereizt wirkte zogen andere Spieler mühelos an ihm vorbei. Folgerichtig beendete LOEPRECHT die beiden Endparcours auf dem letzten bzw. vorletzten Platz mit enttäuschender Punktewertung. Aussenseiter TRAUMANN gewann beide Parcours trotz Zeckenbisshandicap, kongenial unterstützt von den Teamkollegen SIEBOLD und REICHERZER (der ebenfalls mit einem Zeckenbiss an den Start gehen musste). TRAUMANN gewann schließlich das Gesamtturnier mit uneinholbaren 13 Punkten Vorsprung sowie der Traumdurchschnittswertung 7,9 und scheiterte nur knapp an der 8,0 Weltrekordmarke, die LOEPRECHT während des Turniers 2003 noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere aufstellen konnte. (Eine nach wie vor schier uneinholbare Meßlatte für alle kommenden Croquet-Generationen). Vorjahressieger BENEDICTER gelang in einer unglaublichen Aufholjagd noch der verdiente Sprung auf Platz 2 des Siegertreppchens vor LOEPRECHT auf Platz 3. Die Münchner Fans freuten sich über das gute Abschneiden der Münchener Vereinsspieler LIEBHÄUSER (1. FC "Die Frisur hält") und BERNHARD Mc GYVER (MCV "Flammenwerfer"), die gemeinsam Platz 4 belegten. Mc GYVER präsentierte am Rande des Turniers auch einige interessante Messeneuheiten wie zum Beispiel den mobilen Waldbrandbeschleuniger und gewährte so einen verstörenden Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen des Croquetsports. Erstmals wurde dieses Jahr auch ein moosbewachsenes "Naturtor" zugelassen - ein Beispiel für die oft kindisch anmutende Experimentierfreude dieser noch relativ jungen Extremsportart. (vt)